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Schloss Rohr

Im weiten Auland der Südsteiermark südlich der Talenge von Wildon liegt unweit des linken Murufers Schloss Rohr. Die heutige Anlage präsentiert sich als regelmäßiger, nach Westen offener Dreiflügelbau, der durch eine Mauer mit nach Südwesten vorspringender Spitze zur geschlossenen Anlage wird.

Schloss Rohr war Sitz der Herrschaft Rohr und blickt auf eine lange, bis weit ins Mittelalter reichende Geschichte zurück. Der Ursprung der gesamten Anlage dürfte auf das 11. Jh. zurückgehen. Urkundliche Erwähnungen gibt es ab dem 12. Jh.

Das mittelalterliche Haus zu „Rore“ – vermutlich eine Wasserburg wie viele andere Talburgen auch – ein Wehrbau zur Sicherung der Murauen - war in das Kreidfeuersystem eingegliedert und diente Jahrhunderte lang der Bevölkerung dieses stets durch Feindesüberfälle bedrohten Gebietes als Fluchtburg.

Nach einer wechselvollen Besitzgeschichte erwarb Stift Rein 1630 die Herrschaft Rohr. Das Gut mit seinen ausgedehnten Ländereien erwuchs nun zu einem einträglichen, teils von Pächtern, teils vom Stift selber geführten landwirtschaftlichen Betrieb.
Da es den Reiner Äbten als Erholungs- und zeitweise auch als Wohnort diente, wurde der ursprüngliche Wehrbau zum Schloss ausgebaut und gepflegt.
1951 verkaufte Stift Rein den Besitz. Das Schloss ist seither in privater Hand.

Der Bestand dieses historisch bedeutsamen Bauwerks ist akut gefährdet durch Absenkungen im Fundament, die vermutlich auf ein Absinken des Grundwasserspiegels in diesem Bereich des Leibnitzer Feldes zurückzuführen sind. Vor allem im Erdgeschoss kommt es zu massiven Brüchen und Verschiebungen in den Gewölben. Gewaltige Risse und Sprünge durchziehen alle Bereiche der Bausubstanz.

Zurzeit sind – gefördert durch das Bundesdenkmalamt und den Revitalisierungsfonds des Landes Steiermark – erste, unbedingt erforderliche Baumaßnahmen zur Rettung des Ostflügels eingeleitet. Der Verfall schreitet jedoch hier, wie auch in den beiden anderen Flügeln rasch und unaufhörlich fort.

Zur Rettung dieses einzigartigen Bauwerkes sind dringend weitere Finanzierungsmöglichkeiten für eine Fortsetzung der Sicherungsmaßnahmen nötig, da sonst der Verlust dieses kostbaren und unwiederbringlichen Kulturgutes von gesamteuropäischer Bedeutung unabwendbar ist.

Elisabeth Brenner

ERSTE ERFOLGE

Erfolg rettender Sanierungsmaßnahmen für Schloss Rohr

Schloss Rohr im nördlichen Leibnitzer Feld bei Wildon kann seine bis ins Mittelalter reichende Baugeschichte (erste urkundliche Erwähnung 1157) fortsetzen. Das mittelalterliche „haws Ror“, vermutlich eine Wasserburg als Wehrbau zur Sicherung des Zuganges zu Graz von Süden her und Stützpunkt des Kreidfeuersystems während der Türkengefahr, ging 1630 mit Haus und Herrschaft Rohr in den Besitz von Stift Rein über. Da die Reiner Äbte das herrschaftliche Gut gerne als Erholungsort nutzten, wurde im 17. Jh. der ursprüngliche Wehrbau zum Schloss ausgebaut und gepflegt. 1951 verkaufte Stift Rein den Besitz. Das Schloss ist seither in privater Hand. Eine steirische Familie bemüht sich seitdem mit höchstem Einsatz um die Erhaltung.
1976 wurde das Schloss unter Denkmalschutz gestellt. 2007 bis 2009 erschloss eine Diplomarbeit mit dem Titel „Schloss Rohr – ein ehemaliges Wasserschloss in der Südsteiermark. Sicherung des Baubestandes durch Denkmalpflege und kunstwissenschaftliche Analyse“ am Institut für Kunstgeschichte der Karl - Franzens - Universität Graz dieses bedeutende Architekturdenkmal kunstwissenschaftlich und bauhistorisch. Ferner wurde die Erhaltung von Schloss Rohr 2008 als Projekt in das Programm des Vereins Denkmal Steiermark aufgenommen und von ihm sowie vom Bundesdenkmalamt und dem Revitalierungsfond des Landes Steiermark unterstützt, um die großen Kosten der Grundsanierung ein wenig zu mildern.
Der Bestand dieses historisch sehr bedeutsamen Bauwerks ist höchst gefährdet durch Absenkungen im Fundament, die vermutlich auf die großen klimatischen Belastungen der letzten beiden Jahrzehnte mit erheblichen Schwankungen im Grundwasserspiegel im Leibnitzer Feld zurückzuführen sind. Markante Risse durchziehen alle Teile des Gebäudes. Verschiebungen in den Gewölben und Brüche im Mauerwerk werfen bedrohliche statische Probleme auf. Deswegen wurden unbedingt erforderliche Baumaßnahmen zur Rettung des Bauwerks eingeleitet. Folgende Sanierungsetappen konnten 2010 laut angeschlossenem Bericht von DI Stefan Siebenhofer erfolgreich durchgeführt werden.Sanierung Arkaden (Herbst 2007)
Der Mitteltrakt von Schloss Rohr war massiv vom Einsturz bedroht. Ein gebrochener Gurtbogen, der zur Stabilität eines Gewölbes maßgeblich beiträgt, begann sich zu senken. Darüber hinaus war die Fassade in diesem Bereich vom Boden bis zur Traufe von transmuralen Rissen durchzogen.
Die Sanierungsmaßnahmen sahen zuerst das Freilegen der bestehenden Sandsteinsäulen vor. Diese wurden zu früherer Zeit an der hofseitigen Außenwand vermauert. Jede der drei Säulen wurde durch Steinmetzarbeiten in Stand gesetzt und mit einem Fundament bis zu einer Tiefe von 4m unterbaut. Weiters wurden Gewölbe sowie schadhaftes Mauerwerk in diesem Abschnitt durch die Einbringung von Zugankern aus Stahl stabilisiert. Der darüber liegende Arkadengang konnte im Zuge dieser Bauarbeiten wieder bewohnbar gemacht werden (DI Stefan Siebenhofer).

Fundamentsanierung Turm (Frühjahr 2010)
Der an der Nordost – Ecke des Gebäudes vorkragende Turm weist an der Nord- und an der Südseite jeweils einen über die ganze Fassade durchgezogenen Kippriss auf. Dies ist auf Setzungen im Untergrund zurückzuführen.
Für das denkmalgeschützte Bauwerk wurde hier eine besonders schonende Maßnahme angewendet. Mittels Stahllanzen, die bis zu 4m in den Boden ragten und ca. alle 70-80cm eingebohrt wurden, konnte der gesamte Bereich unter dem Mauerwerk des Turmes fundamentiert werden. Dies durfte nur schrittweise erfolgen, da der Untergrund bis zur Aushärtung der Injektionsmasse eine Gefahr für weitere Setzungen darstellte. Laufende Messungen, sowohl in einem längeren Zeitraum vor Beginn der Arbeiten sowie während der Fundamentinjektionen, als auch nach Fertigstellung mussten durchgeführt werden, um Gebäudebewegungen feststellen zu können (DI Stefan Siebenhofer).

Der Verfall schreitet trotz dieser ersten Sanierungsmaßnahmen, die die Einsturzgefahr bannen konnten, unaufhörlich fort. Somit ist eine Fortsetzung der Erhaltungsmaßnahmen für Schloss Rohr unbedingt erforderlich. Jede finanzielle Unterstützung der Kosten, die von privater Hand nicht getragen werden können, bewirken neue Bausteine für dieses Langzeitunternehmen und erhalten ein gutes Stück steirischer Geschichte und Kultur. In diesem Sinne dankt Frau Gertrude Holzbauer allen bisherigen SpenderInnen und SponsorInnen sehr herzlich.

Ao. Univ.-Prof. Dr. Margit Stadlober

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ZUM NACHLESEN

Elisabeth Brenner, Schloss Rohr - ein ehemaliges Wasserschloss in der Steiermark (mehr Info)
Vereinsmitteilung 3/2009 [255 KB] : Schloss Rohr - akut vom Verfall bedroht!
Vereinsmitteilung 5/2010 [740 KB] , S. 17ff.

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